Willkommen im wundervollen Vietnam: Hanoi – Chaos mit Charme

Willkommen im wundervollen Vietnam: Hanoi – Chaos mit Charme

Es gibt hübsche Städte wie Amsterdam, Stockholm oder vielleicht Mailand. Es gibt großartige kulturell vielfältige Städte wie New York, Paris und Berlin. Und es gibt Hanoi.

Hanoi ist vielleicht weder besonders hübsch (auch wenn es tolle kolionale Gebäude gibt!), noch kann es moeglicherweise mit großartigen Museen, Theatern oder Opernhäusern aufwarten und doch ist es eine tolle, wuselige Stadt in einem tollen, wuseligen Land (soviel kann ich schon vorwegnehmen).

Hanoi pulsiert und wirkt eigentlich wie ein riesiges Dorf mit kleinen Straßen, das wiederum wie ein riesiger Ameisenhaufen scheint. Durch die kleinen Straßen drängeln sich Millionen von Menschen auf Millionen von Moterrollern, es wird gehupt, geknattert und gebremst. Es ist verdammt voll und hektisch, doch es ist eine große Freude durch die nach Kardamon duftende Altstadt zu laufen. Vorbei an der St.-Joseph-Kathedrale, entlang der Ufer des Hoam-Kiem-Sees und durch die verwinkelten „36 Straßen“.


In diesen Gassen liessen sich im 13. Jahrhundert die 36 Zünfte Hanois nieder und noch heute ist jede Straße typisch für eine der dort produzierten oder feilgebotenen Handelswaren. So wird in der einen Straße Metall beschlagen, in der anderen gibt es Seidenwaren und in einer dritten Lampions und Räucherwerk. Und ueberall in Hanoi zwitschern tropisch bunte Voegel in kleinen hoelzernen Kaefigen ueber die Motorenlaerm hinweg – was fuer eine Qual fuer die kleinen Wesen…

Dazwischen findet man hunderte von Essenständen an denen es Phó, belegte Baguette und knusprige Pfannkuchen – leider mit Fisch – zu kaufen gibt. Und außerdem: unzählige Bürgersteigcafés, in denen sich ganz Hanoi auf kleinen Plastikstühlchen den landestypischen Kaffee mit gesüßter Kondensmilch schmecken lässt und dabei lauthals die Neuigkeiten des Tages austauscht. Abends gibt es an Stelle des Kaffees grosse Mengen frisch gezapftes Bia Hoi (Bier) mit Eiswuerfeln um den Tag ausklingen zu lassen. Das Leben spielt sich hier auf der Straße ab und es ist toll, einige Tage eintauchen zu können.

Wie gesagt, die Museen Hanois sind nicht ueberwaeltigend, aber doch in jedem Fall sehenswert. Zum einen waren wir im Fine Arts Museum, das man ehrlich gesagt nicht gesehen haben muss. Zum anderen haben wir das Museum of Ethnology besichtigt, das einen interessanten Abriss ueber die vielfaeltigen ethnischen Gruppierungen des Landes bietet und ausserdem eine sehenswerte Open-air-Ausstellung hat, in dem man die verschiedenen Wohnhaueser dieser ehtnischen Gruppen besichtigen kann.

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das Vietnamese Women’s Museum, auch wenn man die Konzeption der Ausstellung sicherlich kritisieren kann:

Die erste Etage widmet sich der traditionellen Rolle der Frau, die vor allem durch ihre Reduktion auf Mutter und Hausfrau gekennzeichnet ist. Diese wird leider in keinster Weise emanzipatorisch aufgearbeitet und auch die Rolle der Frau in der modernen industriellen Gesellschaft, z.B. als Geschaeftsfrau wird nicht, oder nur marginal thematisiert – das ist definitiv schade. Im krassen Gegensatz dazu steht das Themenfeld der zweiten Etage. Hier werden die Heldinnen des Vietnamkriegs dargestellt. Dies geschieht anhand von einigen Einzelschicksalen und informiert uns darueber, wie die Frauen Vietnams an der Front kaempften, Waffen, Verwundete und Verpflegung transportierten und letztlich zu Kriegsheldinnen wurden. Die thematische Schwerpunktsetzung der beiden Ausstellungsbereiche schwankt also zwischen Glorifizierung der Frau und der Reprodukion traditioneller Rollenmuster, kritisch betrachtet wird weder das eine noch das andere. Trotzdem ist das Museum aber ganz klar einen Beusch wert, nicht zuletzt weil man danach etwas zu diskutieren hat.
Und: Bewegend ist in jedem Fall auch jener kleine Bereich des Museums, in dem ueber eine Kuenstlerin berichtet wird, die mit ihrem Roller von Sued nach Nord durch Vietnam reiste und dabei Zeichnungen von jenen vom Leben gezeichneten Muettern und Ehefrauen anfertigte , die teilweise neun ihrer Liebsten im Krieg verloren haben…


…und sonst? sind wir nach unserem China-Abschied von unserem Vietnam-Willkommen absolut begeistert. Das Hotelpersonal ist dermassen freundlich, dass wir schon fast peinlich beruehrt sind und – aus welchen Gruenden auch immer – geniessen wir fuer unseren Aufenthalt im Tui Linh Legend Hotel ein kostenloses Upgrade in die Honeymoon-Suite. 30m*, Terrasse und ein Whirlpool inkl. Fruehstuecksbuffet. Wie fein! :)

//David

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1 Comment

  1. Daniel - 19. Dezember 2013

    Davon hat mir ein Kumpel schon erzählt der in Vietnam war. Die kleinen Kinderstühle in den Bars. Für jeden der über einen 1 Meter 80 ist die reinste Tortur. Aber das muss man mal gesehen haben

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