Vietnam// Halong Bay & Cat Ba Island: In der Bucht des untertauchenden Drachen

Vietnam// Halong Bay & Cat Ba Island: In der Bucht des untertauchenden Drachen

Die Zeit in Hanoi war wirklich cool, aber mit seinen engen Gassen und dem Gewummere und Geknattere und Gehupe der unzaehligen Roller war die Zeit in dieser bienenstockartigen Stadt alles andere als entspannt. Darum sind wir froh, dass nun wieder ein ganz relaxtes Ziel auf unserem Programm steht: Cat Ba Island und die Halong Bucht.

Die in Nordvietnam im Golf von Tonkin gelegene Halong Bucht, die von unzaehligen Kalksteingipfeln und insgesamt mehr als 2000 Inseln, die meist dicht mit Dschungel bewachsen sind, gesprenkelt ist, ist eines der Haupttouristenziele Vietnams. Die „Bucht des untertauchenden Drachen“entstand der Sage nach dadurch, dass ein riesiger Drache auf seinem Weg zum Meer tiefe Furchen ins Land zog, welche, nachdem er im Meer unterttauchte, ueberflutet wurden. Relevanter als dies ist fuer uns aber aktuell die Tatsache, dass wir uns zur Zeit in der Nebensaison befinden und wir vom grossen Trubel, der sonst hier herrscht, wenig mitbekommen. Ein Glueck! Wir steuern von Hanoi aus die Insel Cat Ba an – die groesste Insel der Bucht. Der Lonely Planet schuerte zuvor ein wenig Panik, denn angeblich wuerde man auf dem Weg zur Insel und auf der Insel selbst am laufenden Band verarscht. Das scheint uns ein bisschen dick aufgetragen, denn bisher lief alles sehr entspannt und glatt. Auch hier sind die Leute freundlich und ueberhaupt nicht aufdringlich (mal abgesehen vom ueblichen „Hey Mister! Moto?! Where you wanna go??“). Die Landschaft ist wirklich wunderbar, aber bevor ich mich in blumigen Formulierungen verirre, lasse ich lieber die Fotos fuer sich sprechen:

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Die ersten Tage auf Cat Ba verbringen wir im „Whisper of Nature“, wo wir einen kleinen Bungalow unmittelbar am Rande des Dschungels beziehen. Schon die Anfahrt hierher war ein Abenteuer: Von Cat Ba Town (der nicht so schoene Haupotort der Insel) geht’s mit dem Moto zu einem anderen Hafen, wo wir eine Faehre besteigen, die knapp eine Stunde durch die grandiose Karsthuegellandschaft der Lan Ha Bucht tuckert bevor sie den Hafen von Việt Hải erreicht. Von dort aus geht es nochmal knapp fuenf Kilometer bis ins kleine Dorf Việt Hải, an dessen Rande endlich unser Ziel liegt. Ausser der Faehre oder per pedes gibt es keine Moeglichkeit den Ort zu erreichen, die einzige Strasse, fuehrt lediglich vom Hafen zum Ort. Ganz schoen abgeschieden! Neben uns leben im Bungalow leider noch zwei ziemlich grosse Spinnen, aber damit muss man im Dschungel wohl rechnen…
Am Abend erwacht der naechtliche Dschungel zum Leben und wir lauschen den Nachtvoegeln, Geckos, zirpenden Insekten, dem Rauschen der Blaetter und … billiger Popmusik?? Scheinbar hat die Dorfdisko ihre Pforten geoeffnet! What the f****?! Naja, zum Glueck gehen Vietnames_innen seeehr frueh schlafen. :)

Neben einer netten Kayaktour in die Lan Ha Bucht unternehmen wir vom Whisper of Nature aus eine Wandertour durch den unmittelbar hinter den Gebaeuden beginnenden Dschungel und Cat Ba Nationalpark – eine ziemlich anstrengende Tour, da es sehr schwuel und heiss ist und sich der Weg auf und ab durch die huegelige Landschaft windet. Aber die Aussichten auf die mit dichten Wald bewachsenen Berghaenge ist die Muehe ganz definitiv wert.

Nach unserem Aufenthalt im Whisper of Nature lassen wir uns auf einem Boot gemeinsam mit drei anderen Reisenden zwei Tage durch die Halong Bucht schippern. Das klassische Tourie-Programm, welches aber ganz defintiv entspannend ist. Unsere Mitreisenden sind sehr nett und so verbringen wir die zwei Tage schwimmend, lesend, quatschend und paddelnd. Sehr cool sind die Hoehlen, die mit dem Kayak durchpaddelt werden koennen und durch die man in nur auf diesem Weg zugaengliche, stille Buchten gelangt. Das vegetarische Essen auf dem Schiff ist leider ein bisschen droege, die Crew recht distanziert und die Bordbesatzung in Form von Kakerlaken treibt uns in der Nacht hoch aufs Deck. Darueber hinaus ist das Wasser in der Halong Bucht aufgrund des intensiven Fischfangs, der vielen schwimmenden Doerfern und den Aquakulturen teilweise ganz schoen schmutzig und die Plastikflaschen auf der Oberflaeche trueben den Eindruck ein wenig. Nichtsdestotrotz ist die Tour entspannt und ist die Landschaft wirklich wunderschoen – wir sind sehr froh hier zu sein.

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Zum Abschluss verbingen wir noch zwei Naechte in Cat Ba Town und gurken ein wenig mit dem Roller ueber die Insel. Die anfaengliche Unsicherheit vor den vietnamesischen Strassenregeln (die sich hauptsaechlichdurch ihr Nicht-Vorhandensein glaenzen) und den grossen Schlagloechern, ueberwinden wir schnell und erkunden die Kuestenstrassen, einen alten Bunker und kleine Doerfer. Vom Fort Cannon hoch ueber Cat Ba Town geniessen wir eine grandiose Aussicht ueber Cat Ba Island und die umliegenden Buchten und entspannen bei vietnamesischen Eiskaffee (eigentlich mag ich keine Kondensmilch, doch inzwischen bin ich nach dem vietnamesischen Kaffee richtig suechtig!) und einem guten Buch. An den E-Reader haben wir uns uebrigens nach anfaenglicher Skepsis ganz gut gewoehnt – zwar werde ich nach der Rueckkehr wohl wieder auf echte Buecher umsteigen – das Gefuehl ein Buch anzufassen und zu riechen, darin zu blaettern, Eselsohren reinzumachen ist einfach nicht zu uebertreffen – aber fuer die Reise ist so ein E-Reader echt praktisch!

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Nach knapp einer Woche machen wir uns schweren Herzens auf den Weg in Richtung Sueden, in Richtung des aufziehenden Taifuns…

//Heiko

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