Vietnam// Dalat: Canyoning in „Petit Paris“

Vietnam// Dalat: Canyoning in „Petit Paris“

Das von der franzoesischen Kolonialmacht im Jahr 1912 gegruendete Đà Lạt ist das naechste Ziel unserer Reise. Nach einer langen Nachtbusfahrt erreichen wir die im zentralen Hochland Vietnams gelegene Stadt am 19. Oktober ziemlich erschoepft. Ein Glueck, dass unsere Bleibe, die Zen Cafe Villa, richtig schoen ist und zum Entspannen einlaedt – vom Garten aus hat man eine grossartige Sicht ueber Da Lat und die umliegenden Berge.

Die Stadt Đà Lạt ist nicht besonders huebsch, aber die huegelige Umgebung und die Lage am Xuân Hương-Stausee machen dies wett und die vielen imposanten Villen, die sich die franzoesische Oberschicht waehrend der Kolonialzeit hier als Altersruhesitz oder Wochenendvilla erbauen liessen, beeindrucken. Die Franzosen hatten an Đà Lạt grosses Gefallen gefunden, da es hier auf 1400 Meter ueber NN im Vergleich zu Ho-Chi-Minh City (Saigon) meistens angenehm kuehl ist und die Flora heimwehgeplagten Menschen mit ihren Nadelwaeldern und Seen vorgaukelt sich in Europa zu befinden. Und ja, das Klima ist wirklich eine angenehme Abwechslung zur drueckenden Schwuele des Tieflandes und am Abend benoetigt man sogar einen Pulli um nicht zu frieren. Durch Gebaeude wie die katholische Kathedrale, den alten Bahnhof und einen Funkturm, der entfernt an den Eifelturm erinnert, wirkt die Stadt sehr untypisch fuer Vietam und hat sich ein paar blumige Beinamen wie „petit Paris“ eingehandelt – ein bisschen hochgestochen, aber nun gut…

Die Umgebung mit ihren Huegeln und den vielen Stauseen und Waeldern ist wirklich schoen und wir verbringen unsere Zeit damit, die Landschaft auf dem Motoroller zu erkunden. An den Strassenecken kann man anstelle von Mangos Erdbeeren kaufen und die Seen und Waelder erinnern uns ein bisschen an schwedische Landschaften – waeren nur die Voegel nicht so bunt, laege keine Elefantenkacke auf der Strasse und stuenden hier und dort keine Pagoden im Wald. An einigen Stauseen wird im Augenblick ordentlich gebaut und investiert um die touristischen Kapazitaeten der Region zu erhoehen. Ob das einen postiven Einfluss auf die Stadt haben wird, sei dahingestellt. Klar ist auf jeden Fall, dass die einsamen Seen nicht mehr lange so huebsch und unberuehrt sein werden. Sehr schade!

Ansonsten sind wir an einem weiteren Tag mit einer Gruppe zum Canyoning unterwegs: Beim Canyoning durchgeht man, ausgestattet mit Schwimmweste, Helm und Abseilgurt, eine Schlucht flussabwaerts, wobei manche Strecken schwimmend, andere am Ufer laufend zuruecklegt werden. An steilen Waenden oder Wasserfaellen muss man sich abseilen und von einigen Klippen kann man in tiefer gelegene Becken springen. Das Ganze macht super viel Spass und gibt einem haeufig einen richtigen Adrenalinkick, wenn es beispielsweise heisst einen 11 Meter hohen Sprung zu wagen, kopfueber Stromschnellen herabzusausen oder sich inmitten eines 20 Meter hohen Wasserfalls abzuseilen. Die Gruppe und unsere Guides sind darueber hinaus wirklich nett, auch wenn uns die wiederholten und etwas bemuehten Ausrufe letzterer „Don’t be lazy, but be crazy!“ peinlich beruehren. Ein echtes Raetsel bleibt uns aber wie der Veranstalter eine vietnamesische Frau ueberreden konnten an der Tour teilzunehmen, da sie ueberhaupt nicht schwimmen kann. Mut hat sie auf jeden Fall! Und mit ein bisschen Teamgeist schaffen es alle gemeinsam, heil aus der Schlucht herauszukommen.

//Heiko

 

Author Bio

1 Comment

  1. franka - 13. Dezember 2013

    was für ein sprung ins wasser ;)

Leave a reply