Vietnam// Phu Quoc: Rote Matschpisten und miese Diebe auf Phu Quoc

Vietnam// Phu Quoc: Rote Matschpisten und miese Diebe auf Phu Quoc

Von Vinh Long aus geht’s mit dem Bus in Richtung Osten nach Rach Gia – eine Stadt, die man nun wirklich nicht gesehen haben muss, jedoch fährt von hier aus die Fähre nach Phu Quoc ab. Die tropische Insel Phu Quoc liegt etwa 50 Kilometer vor der vietnamesischen Küste, von der Nordspitze aus, ist es jedoch nur ein Katzensprung bis nach Kambodscha. Die Insel ist zu knapp 93% von dichtem Dschungel bewachsen und wartet mit jeder Menge Strandkilometern auf. Zwar sind David und ich keineswegs passionierte Strandurlauber und Sonnenanbeter, doch auf ein paar chillige Tage am Meer freuen wir uns sehr.

Unsere Unterkunft ist auf den ersten Eindruck zwar genau das, was wir uns vorgestellt haben – ein kleiner, mit Palmenblättern gedeckter Bungalow mitten auf einem relativ wenig frequentiertem Teil des Strandes, keine zehn Meter vom Wasser entfernt, von dem aus man am Abend wunderbar mit einem Cocktail in der Hand den Sonnenuntergang beobachten kann – doch leider ist der Empfang durch das genervte und gelangweilte Personal des „Beach Club“ alles andere als freundlich und wir fühlen uns nicht willkommen hier. Das Restaurant ist darüber hinaus nicht gut und vollkommen überteuert und der Strand an dieser Stelle extrem schmal. Aber was soll´s – wir sind fest entschlossen es uns hier trotzdem gut gehen zu lassen.

aDSCN6459

Auch auf Phu Quoc mieten wir uns wieder einen Roller und kurven über die Insel. Leider sind die Straßen sehr, sehr, ja, wirklich außerordentlich schlecht: Abgesehen von einer vollkommen überdimensionierten, vierspurigen Straße mitten über die Insel, gibt es fast nur rote Matschpisten, deren Mosaike aus tiefen Schlaglöchern sich wegen der ergiebigen Regengüsse in kleine Seenlandschaften verwandelt haben. Die Maschine ist bald vollkommen verdreckt und wir haben mehrfach große Mühe wieder aus den tückischen Tümpeln herauszukommen. Ein großer Teil der Strecke führt durch tiefen Dschungel, der aber fast vollkommen weglos ist und den wir daher nicht weiter erkunden können. Ansonsten passieren wir ein paar kleine Fischerdörfer, wo abertausende Körbe mit Fisch zum Trocknen in der Sonne liegen und im großen Stil zur landesweit heißgeliebten Fischsoße – ohne die in der vietnamesischen Küche rein gar nichts geht – verarbeitet werden. Die Strände auf unserer Strecke sind die Mühe der Anfahrt nicht wirklich wert, denn zwar sind manche sehr einsam, aber meistens leider auch extrem schmutzig – es ist echt erschreckend wieviel Dreck hier angespült wird, vor allem natürlich Plastik, Plastik, Plastik… Vielleicht sind wir einfach zu den falschen Orten gefahren, denn wir sind auf Empfehlung mehrerer Reisender hergekommen, die unisono von Phu Quoc geschwärmt haben.

Sehr entspannt hingegen ist ein Trip zu einem im Dschungel gelegenen Wasserfall, wo wir ein paar Stunden im kühlen Wasser dümpeln und uns auf dem Rückweg zu ein paar sehr netten Vietnamesen gesellen, die zwar kein Wort Englisch sprechen, aber mit uns unbedingt anstoßen möchten. Wir staunen nicht schlecht, dass bereits der dreijährige Sohn beherzt zum Bier greift. ;)

Bis dahin wäre unsere Reise nach Phu Quoc vollkommen okay gewesen – für uns keineswegs ein „Must-See“, aber eigentlich doch ganz nett. Leider hatten wir aber hier ganz schön großes Pech: In der Nacht wurde – während wir darin schliefen – in unseren Bungalow eingebrochen und Handy, Tablet und unser Bargeld gestohlen. Kreditkarten und Pässe hat der Dieb zum Glück zurückgelassen und uns ist nichts passiert. Das Personal schien ernsthaft betroffen und versicherte uns, dass so etwas hier noch nie passiert sei. Doch was hören wir im Restaurant nebenan von der in exzentrisch-bunten, wallenden Gewändern gekleideten Besitzerin? Wir seien mindestens die dritten Opfer in kurzer Zeit und das Personal des Beach Clubs erzähle herum, wir seien vollkommen besoffen gewesen, hätten die Türen offenstehen gelassen und sowieso seien wir eigentlich alles selber Schuld. Voll dreist! Damit konfrontiert haben unsere Freunde vom BC nicht viel zu entgegnen, außer einem müden „Sorry“. Was für ein Drecksladen! Um uns auf andere Gedanken zu bringen, gönnen wir uns eine Massage – die mit Abstand beste seit langer, langer Zeit. Tiefenentspannt spazieren wir im Anschluss am Strand entlang und können die unschönen Erlebnisse des Tages ein wenig vergessen…

//Heiko

Author Bio

Leave a reply