Thailand // Koh Lanta & Ao Nang: Knallbunte Unterwasserwelt, weiße Strände und kristallblaues Wasser

Thailand // Koh Lanta & Ao Nang: Knallbunte Unterwasserwelt, weiße Strände und kristallblaues Wasser

Eigentlich hatten wir überhaupt keine Lust auf Süd-Thailand. In unseren Köpfen spukten Bilder von Sextourismus, Bettenburgen und verschmutzter Natur. Trotzdem beharrten die Reiseführer, andere Reisende und das Internet darauf, dass es dort unten wirklich schön sein soll. Vielleicht, so dachten wir uns, ist es ja an der Zeit unser Bild zu revidieren. Da wir sowieso Lust auf Meer hatten, in Richtung Süden weiter reisen wollten und Petra vor ihrer Rückkehr nach Deutschland gerne einen tropischen Strand sehen wollte, fiel die Entscheidung via Udon Thani in Nord-Thailand nach Phuket zu fliegen und auf die in der Andamenensee gelegene Insel Koh Lanta zu reisen, um die Sonne zu genießen.

Gesagt, getan! Die Sonne jedoch haben wir in den ersten fünf Tagen nicht oft gesehen. Vielmehr hingen die Wolken tief über der Insel und da kein Wind ging, blieben sie bleigrau an Ort und Stelle und schickten mehrmals am Tag heftige Schauer gen Erde. Das hatten wir uns eigentlich sehr anders vorgestellt. Aber was soll man machen? Also sind wir trotzdem – gut eingepackt im Regenponcho von 7Eleven – mit unseren Rollern über die Insel gekurvt und haben uns während der Regenpausen auch einige Male am Strand niedergelassen und ins Wasser gewagt. Ganz am Suüzipfel der Insel gibt es noch ein bisschen intakten Urwald, ansonsten wird die Flora leider von Oel- und Kautschukplantagen dominiert. Dennoch ist es hier wirklich schön und insbesondere die Küstenstrasse im Sueden bietet wunderbare Ausblicke auf das Meer und die Berge der Insel.

Die Bevölkerung der Insel ist mehrheitlich muslimisch. Hier prägen nicht mehr Tempel und Mönche das Bild der Doerfer, sondern Minarette und fünf Mal täglich der Ruf des Muezzin. Die Leute scheinen recht konservativ, was sich besonders in ihrer Kleidung widerspiegelt (welch ein Widerspruch zu den oft nicht grade kultursensiblen Strandurlauber_innen!). Auf jeden Fall aber sind die Leute sehr nett und wirken recht entspannt.

Koh Lanta ist laut diverser Internetforen eine der ruhigsten Inseln Thailands. Da wir keine Vergleichsmöglichkeit haben, können wir das nicht wirklich beurteilen, aber zumindest wird hier beileibe keine unserer Schreckensvisionen wahr. An der Ostkueste gibt es einen ziemlich gut erschlossenen, langen Strand, doch je weiter man in den Süden gelangt, desto weniger verbaut und überlaufen ist die Küste. Hohe Betonkästen finden sich hier sowieso nicht, sondern meistens einstöckige Gebäude oder Strohhütten und an den suedlichen Stränden insgesamt kaum Bebauung. Natürlich ist man nirgendwo alleine, doch es sind eigentlich nie wirklich viele Leute auf den Stränden unterwegs (vielleicht ist dies auch dem Wetter geschuldet), was uns sehr gut gefällt. Unsere Herberge setzt in punkto Ruhe nochmal eins obendrauf, denn die ist wirklich ab vom Schuss: Am westlichen Westufer, das sich nicht zum Schwimmen eignet und daher touristisch auch nicht erschlossen ist, gelegen, hat auf dem Roller zwar eine weite Anfahrt zu den Stränden (ca. 30 Min.), doch dafür ist es hier herrlich ruhig und entspannt und die Besitzer sind sehr nett und herzlich – wir haben selten zuvor so viel Kraeutertee getrunken wie hier, da Jack stets darauf bedacht ist, seinen Gästen etwas Gutes zu tun. Aus den schlichten Räumen und von der Terrasse der „Panorama Bungalows“ aus, hat man eine wirklich wunderbare Sicht auf das Meer und eine kleine Insel. Durch die glaslosen Fensteröffnungen wird der Blick auf die Landschaft und auf den rauen Strand gelenkt, ja die Aussicht präsentiert sich dadurch fast wie ein gerahmtes Gemälde, während das Rauschen der Brandung einen angenehm in den Schlaf lullt. Ein weiteres Highlight: Die Dusche und Toilette mit dem wohl bestem Ausblick unserer Reise:

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Ein paar Kilometer noerdlich gibt es dann auch noch das kleine, idyllische Örtchen Old Lanta. Hier gibt es alte Holzhäuser und ein paar nette Geschäfte und Restaurants, so dass sich ein Ausflug dorthin durchaus lohnt.
Auf jeden Fall hatten wir hier auf Koh Lanta eine schöne und entspannte Zeit, wenngleich das Wetter uns wirklich nicht hold war.

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Am Tag unserer Abfahrt, schlug das Wetter jedoch plötzlich um und blieb bis zu unserer Abreise aus Thailand durchgängig wunderbar.

Unser nächstes Ziel heißt Ao Nang, ein kleiner auf dem Festland gelegener Strandort bei Krabi. Unsere Unterkunft, im „Jungle Village“, ist diesmal ein kleiner Bungalow inmitten eines Sammelsuriums aus kitschigen Elefantenstatuen, wasserspuckenden Hechten, blinkenden Weihnachtsbäumen und Rentieren (denn ja, Weihnachten naht und zieht keineswegs spurlos vorrüber!) in einer ziemlich akurat gepflegten Gartenanlage. Und zwischendrin: Eine 48 Pfoten starke Meute wohlfrisierter, dicklicher Pudel. Auch wenn die Anlage ziemlich schräg ist, fuehlen wir uns wohl hier und können richtig gut entspannen.

Das kleine Städtchen Ao Nang ist ganz definitiv sehr intensiv touristisch erschlossen, aber auch hier ist es eigentlich ganz nett. Der Ort besteht im Grunde nur aus einer langen Hauptstrasse, an der unzählige Restaurants, Hotels, Krimskramsläden, Reiseagenturen, Pubs usw. aufgereiht liegen. Am Strand kann man tolle Sonnenuntergaenge sehen, aber richtig entspannt ist er, voll wie er ist, und mit dem lauten Geknatter der Longtailboote, die von hier aus zu anderen Orten fahren, nicht.

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Kaum vorstellbar, dass der Tsunami den gesamten Landstrich im Jahr 2004 vollkommen verwüstet hat und so unglaublich viele Menschenleben forderte! Nur wenige Spuren zeugen noch von dem Unglück: In einem Nachbarort Ao Nangs hat man ein durch die Welle an Land gesltes Boot belassen und auf Koh Lanta stehen noch eine Handvoll zerstörter Gebäude an einem kleinen Strand. Das offensichtlichste Überbleibsel sind die omnipräsenten Schilder, die Evakuierungsrouten für den Ernstfall ausweisen. Der Gedanke, dass an diesem Ort eine so vernichtende Welle ohne Warnung heranrollte, ist wirklich unheimlich.

Auf jeden Fall hatten wir ein ziemlich falsches Bild von Südthailand. Natürlich: Es gibt Sextourismus (auch in Ao Nang gibt es eine kleine, anrüchige Strasse) und man sieht durchaus häufiger ältere Herren in bedeutend jüngerer Begleitung, aber es ist keineswegs so schlimm, wie wir erwartet haben. Allerdings waren wir auch nicht in Phuket oder Patong, wo es diesbezueglich ja ganz anders ausschauen soll… Sehr unangenehm fallen auf jeden Fall immer wieder Tourist_innen auf, die trotz der Hinweisschilder nur in Spedo, bzw. Biki bekleidet, durch den Ort spazieren müssen: Wie ignorant kann man eigentlich sein?!

Aber richten wir den Blick lieber fort von den einschnürenden Gummizuegen der Bademode, auf die Landschaft, denn die ist wirklich grandios! Hohe, schroffe Kalksteinfelsen steigen aus der Landschaft empor und ragen majestätisch über dem Ort auf. Die Küste ist stark zerklüftet und es finden sich viele kleine vorgelagerte Inseln, wohin Ausflüge besonders beliebt sind. Und auch wir fahren mit einem Longtailboot zu einigen Inseln. Einen ganzen Tag verbringen wir auf Hongsa Island, wo es einen bschen, vergleichsweise recht leeren Strand gibt. Auf der Rücktour halten wir an einem aus dem Wasser ragenden roten Felsen, wo es sich trotz starker Strömung fantastisch schnorcheln lässt, denn am steil abfallenden Riff, tummelt sich allerhand Unterwasserleben.

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Einer der angeblich schönsten Strände der Welt – Phra Nang Beach – ist knapp 15 Minuten mit dem Boot südlich von Ao Nang gelegen. Dieser hübsche Flecken Erde würde diesem Ruf mit seiner wunderbaren Kulisse sogar gerecht werden, könnte man die Menschenmassen und die vielen, vielen knatternden Boote ignorieren…Nein, hier gefällt es uns wirklich nicht.

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Viel schöner finden wir es hingegen auf den vorgelagerten Inseln, die wir mit einem gecharterten Boot besuchen – am späten Nachmittag, nachdem alle anderen Tourist_innen wieder abgereist sind. Eine solche, private Tour ist sehr zu empfehlen, da man die Strände fast für sich alleine hat, ist allerdings nicht ganz preiswert. Dennoch lohnt sich jeder Euro, denn die Strände, z.B. auf Poda Island sind herrlich. Und auch das Unterwasserleben kann sich sehen lassen und wir erfreuen uns wieder an den bunten Fischen, die oft in grossen Schwärmen auftreten und uns ziemlich neugierig beäugen.

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Am 11. Dezember verabschiedet sich Petra von uns und tritt nach knapp vier Wochen gemeinsamer Reise den langen Heimflug nach Deutschland an. Es hat uns Spass gemacht gemeinsam zu reisen und wir hatten zu dritt eine schoene Zeit. Und auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank für die vielen tollen Fotos!

David und ich hingegen bleiben noch einige Tage in Ao Nang hängen, werden kurzzeitig zum Stammgast des Ideary Cafés (ja, wir werden sogar gefragt, ob wir das Gleiche wie immer wollen (das ist ja fast schon wie im LuE in Berlin!)) und bleiben nicht zuletzt, da uns die Unterwasserwelt so sehr fasziniert hat, dass wir einen Tauchkurs buchen. Keine ganz billige Angelegenheit, aber das Geld scheint uns gut investiert. Und so drücken wir unter Anleitung unseres Lehrers (und Sprachgenies) Till ein wenig die Schulbank, arbeiten Abends brav das mit freundlich lächelnden Menschen aus den 90ern bebilderte Buch durch und lernen, dass man tunlichst alle Ausrüstungsgegenstaende bei seinem SSI-Verkäufer des Vetrauens kaufen sollte. Es folgen einige Stunden im Pool, wo wir die praktischen Basics des Tauchens lernen und dann die lang erwarteten vier Tauchgänge im Meer – zwei vor Ko Phi Phi (in Sichtweite des Drehortes von „The Beach“) und zwei auf den Ao Nang vorgelgerten Inseln. Innerhalb von drei Tagen absolvieren wir so unseren SSI Openwater SCUBA Diver Kurs – juchhe! Nun dürfen wir offiziell überall auf der Welt bis auf 18 Meter Tiefe tauchen. Die Tauchgänge im Rahmen des Kurses waren auf jeden Fall sehr, sehr schön und tief beeindruckend, auch wenn wir natürlich ganz schön mit der Atemtechnik und dem Austarieren (die richtige Höhe halten), beschäftigt waren. Dennoch haben wir grosse Wasserschildkröten und winzige Seepferde, beeindruckende Schwärme von Snappern und anderen schillernden Fischen, giftige und perfekt getarnte Skorpionsfische, Korallen in allen möglichen Farben und Formen, knallig-bunte Schnecken, glubschäugige Kugelfische, wendige Rochen, neugierige Papageien- und Kaiserfische, mutig ihre Anemone verteidigende Clownfische und vor Leben wimmelnde Riffe und Felsspalten beobachten können. Wirklich schön waren auch die zwei kurzen Tunnel, die wir durchtauchen konnten. Das durch das Licht am Ende der Tunnel türkisblau leuchtende Wasser in dem sich die Sonnenstrahlen brechen, sieht einfach wunderbar aus. Eine geniale und faszinierende Welt, die sich dort unter der Wasseroberfläche auftut – wir sind schwer begeistert!

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Am 20. Dezember ist es dann soweit und es heisst Abschied nehmen, denn es geht weiter nach Malaysia

Thailand hat uns echt gut gefallen: Sowohl der Norden, als auch der Süden halten wunderschöne Landschaften bereit und es gibt jede Menge freundlicher Menschen und kulturell interessante Orte. Etwas enttäuscht waren wir hingegen vom Essen. Da die thailaendische Küche stets angepriesen wird, waren unsere Erwartungen hoch. Leider gab es aber eigentlich immer nur grünes, gelbes oder rotes Curry oder Pad Thai (ein Nudelgericht). Gut, Carnivore kommen etwas mehr auf ihre Kosten, aber das Essen, das wir bekommen haben, war nur selten wirklich gut, obwohl wir versucht haben möglichst oft in nicht-touristischen Garküchen oder Restaurants zu essen. Schade!

//Heiko

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2 Comments

  1. petra camnitzer - 5. Januar 2014

    hallo ihr beiden ,

    es war eine wunderbare reise. ich habe jede sekunde genossen , auch wenn es manchmal schwer viel, in meinem alter, mitzuhalten . traumhafte eindrücke in nord- und südthailand, nicht zu vergessen: das wunderschöne land laos.

    ich werde lange von diesen erlebnissen zehren und mich gerne wieder zurückerinnern.
    elefanten, die mich faszinierten, wasserfälle in farben, die man eigentlich nur erträumen kann und strände, die paradiesisch sind – eine weite von unermesslichem ausmaß.

    motoradfahrten: ich wurde wieder in meine jugend versetzt und sah eine so beindruckende landschaft vorbeiziehen: dschungel mit wahnsinnigen pflanzen und menschen, die oft freundlich auf uns zügigen.
    ich bedanke mich dass ich all das und noch viel mehr miterleben durfte

    Petra

    • david - 1. Februar 2014

      Heyhey!

      Ja – es war ein tolle Zeit. Wir haben richtig viel erlebt und tolle Dinge gemacht.
      Die Motorradtour durch die Bergen, der blaue Wasserfall in Laos und die traumhaften Inseln vor der thailändischen Küste waren auch unsere Höhepunkte!
      In jedem Fall haben wir die vier Wochen sehr genossen und es war schön, dass du uns in der Ferne besucht hast!

      David & Heiko

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