Australien // Kangaroo Island: Unberührte Wildnis und Schönheit – unsere Highlights

Australien // Kangaroo Island: Unberührte Wildnis und Schönheit – unsere Highlights

Extrem teuer. Rund 400$ kostet die Fährüberfahrt nach Kangoroo Island für uns zwei und unseren kleinen Mietwagen. Das ist ein ganz schöner Batzen Geld, v.a. wenn man sich vor Augen hält, dass die Fahrt gerade einmal 45 Minuten dauert. Gemessen an ihrer Distanz gilt die Fähre daher auch als eine der teuersten Fährfarten der Welt. Und so haben wir lange überlegt, ob wir uns den Ausflug auf die Insel überhaupt leisten können bzw. wollen. Letztlich haben wir uns dann aber doch dafür entschieden, nicht zuletzt auch aufgrund des Leuchtens in den Augen vieler Australier, das sie bekommen, wenn man von „ihrer“ drittgrößten Insel spricht. Daher nun die Frage: Hat sich die teure Anfahrt gelohnt? Ja! Ganz definitiv! Kangoroo Island ist unglaublich schön, wunderbar, beeindruckend, naturreich, artenreich und überhaupt ganz toll! Doch der Reihe nach:

Kangoroo Island lässt sich letztlich nur mit dem eigenen Auto erkunden, da es keinen ÖPNV gibt. Man kann wunderbar campen und über die Insel verstreut liegen einige kleine „self registered campinggrounds“, wo man für rund neun Euro pro Nacht bleiben kann. Alle Plätze sind mit den bei den Australiern schwer angesagten BBQ-Grills ausgestattet und es gibt wohl kaum einen Ort, wo man schneller mit Einheimischen ins Gespräch kommt.

Der North Coast Drive

Die Insel ist an sich gut erschlossen, allerdings ist ein großer Teil der Straßen unbefestigt und teilweise ist es eine ziemlich ruckelige Angelegenheit die einzelnen Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Doch es ist einfach traumhaft schön über die Insel zu fahren und hinter jeder Ecke und jedem Hügel neue Naturschönheiten zu finden.

Wir sind zunächst an der landschaftlich sanfteren Nordküste entlang gefahren. Die Straße schlängelt sich hier unmittelbarer am Meer entlang und bietet atemberaubende Ausblicke auf das glasklare und erfrischend kühle Wasser. Immer wieder gibt es einsame Buchten mit weißem Sandstrand in denen man baden kann. Die See ist hier im Gegensatz zur Südküste recht ruhig und es gibt auch keine Haie. Die Abkühlungen sind bei rund 40 Grad Lufttemperatur mehr als angenehm!

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Teilweise fällt die Küste mehrere hundert Meter steil hinab und die Straße kurvt sich dann auf Plateaus, die mit hitzetrockenen Gräsern bewachsen sind und wie eine weiche, goldene Samtschicht anmuten, die sich von dem knallblauen Himmel abhebt. Insbesondere am späten Nachmittag und frühen Abend ist das Licht in Australien außergewöhnlich schön, alles wirkt ein wenig entrückt, die Tierwelt erwacht und die Natur ist in ein orangegoldenes Licht getaucht.

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 Die Westküste

Die Westküste der Insel beherbergt den Flinders Chase Nationalpark, der vor allem aus Buschlandschaft, aber auch Waldgebieten besteht. Das Meer ist hier schon deutlich wilder, die Brandung tost gegen die Küste und es gibt keine Siedlungen oder landwirtschaftliche Nutzung mehr. Stattdessen begegnen einem Kängurus, bunte Papageien und Kakadus sowie Koalabären, die lethargisch entspannt in den Bäumen sitzen. Insbesondere die letztgenannten sind auf der Insel zahlreich vertreten und man kann sich nahezu sicher sein, die verträumten Baumbewohner ausgiebig beobachten zu können, in unserem Fall sogar eine ganze Koalafamilie, samt Baby. Überhaupt ist die Fauna Kangoroo Islands sehr vielfältig. Aufgrund ihrer Isolation vom australischen Festland gibt es auf der Insel keine Füchse und Kaninchen und die Tierwelt ist in ihrer Form noch sehr ursprünglich und artenreich. So gibt auf dem Land Kängurus, Wallabies, Schnabeltiere, Enchinadas, Koalas und Wombats. In der Luft kreisen Pelikane und zig verschiedene Wasservögel. Im Wasser kann man Delphine, Seebären, Seelöwen und zur entsprechenden Jahreszeit sogar Wale und Pinguine beobachten.

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Die Südküste

Die Südküste der Insel ist deutlicher schroffer als jene im Norden: Steile, zerklüftete Felsen brechen die Wellen, die Gischt spritzt und breite Gesteinsflächen, die zur Küste hin abflachen wechseln sich ab mit Steilküstenabschnitten. Auf dieser Inselseite gibt es Robben, die sich im Wasser tummeln und auf den Steinen in der Sonne liegen sowie eine riesige Seelöwenkolonie. Jede Himmelsrichtung der Insel scheint einen anderen landschaftlichen Charakter zu haben, und das macht sie auch so besonders.

Neben der grundlegenden Schönheit Kangoroo Islands, gibt es auch einige besonders bemerkenswerte Orte, die es zu besuchen lohnt (neben dem o.g. North Coast Drive und der Koalasichtung, die ohne Frage beide zu unseren Höhepunkten gehörten). Hier unsere persönlichen

‚Top 5‘

1. Remarkable Rocks

Von der Natur geschaffene skulpturale ‚Modern Art‘: Diese beeindruckende Felsformation befindet sich an der Küste des Flinders Chase Nationalpark, rund 80m über dem Meeresspiegel. Auf einem steinernen Rondell stehen einige riesige Granitfelsen, die durch Regen, Wind, Salz und Sand partiell ausgehöhlt sind. In den letzten 550 Millionen Jahren sind dadurch fremdartige und eigenwillige Formen entstanden, die dank Flechten und Eisenoxyden partiell in einem orangenen Farbton schimmern. Der ideale Zeitpunkt zu einem Besuch der Remarkable Rocks ist unmittelbar vor dem Sonnenuntergang. Dann ist man hier fast alleine und das sanfte, leuchtende Licht ist wunderschön.

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2. Seal Bay

Die Seelöwenkolonie im Südwesten der Insel ist ohne Frage einen Besuch wert. Im Rahmen einer Führung erhält man in kleinen Gruppen (ca. fünf Personen) Zugang zu dem Sandstrand auf dem Australiens drittgrößte Seelöwenkolonie zu finden ist. Die Seelöwen leben in dieser Bucht schon seit tausenden Jahren und es ist ein wirklich schönes Erlebnis, die Tiere aus der Nähe – ohne Käfig oder Glasscheibe – in ihrer natürlichen Umgebung ruhig beobachten zu können.

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3. Admiral’s Arch

Über einen Boardwalk, der unmittelbar unter dem Leuchtturm von Cape du Couedic startet, kann man zum Admiral‘ Arch laufen. Hinter dem Namen verbirgt sich ein riesiger mit Tropfsteinen behangener Höhlenbogen, durch den man auf das Meer blicken kann. Wie auf einem gerahmten Gemälde liegt im Hintergrund das offene Meer, im Wasser tummeln sich neuseeländische Pelzrobben und auf den Steinen liegen sie in der Sonne.

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4. Leuchttürme

Auf Kangoroo Island gibt es drei Leuchttürme zu besichtigen: auf dem Cape Willoughby, dem Cape Borda und dem Cape du Couedic. Die weiß getünchten Türme sind die teils aufwendige Anfahrt wert und durch eine Führung (und die angeschlossenen Museumsräume) ist es möglich, sich einen Einblick über das einstmals harte Leben eines Leuchtturmwärters zu verschaffen. Besonders lohnenswert sind die Türme auf Cape Willoughby und Cape Borda, da man diese auch von innen besichtigen kann und man zumindest auf dem erst genannten einen tollen Blick hinauf auf das stürmische Meer hat.

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5. Kelly Hills Cave

Ebenfalls im Südwesten der Insel befindet sich das Höhlensystem der Kelly Hills Cave. Die aus Kalkstein bestehende Hohle wurde 1880 entdeckt und einen Teil kann man im Rahmen einer Führung besichtigen. Der begehbare Bereich ist recht klein, dafür aber sehr schön und schlicht beleuchtet. Man erfährt wissenswerte Dinge über die Entstehung von Stalagtiten und Stalagmiten sowie die bizarren Gesteinsformationen, die in Jahrtausenden entstanden sind.

//David

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1 Comment

  1. franka - 6. Februar 2014

    was für ein leuchten :)

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