Australien// Auf dem Princess Highway in Richtung Sydney

Australien// Auf dem Princess Highway in Richtung Sydney

Mehr als 1000km liegen nun noch vor uns, bis wir Sydney erreichen werden. Auch hier möchten wir wieder zahlreiche Zwischenstopps einlegen und vor allem jeden ausgewiesenen Scenic Drive mitnehmen. Diese im Vergleich zur regulären Strecke stets längeren Routen haben sich bisher als sehr schön und lohnenswert erwiesen und boten immer wieder geniale Ein- und Ausblicke in Australiens diverse Flora und Fauna. Außerdem erwarten uns in den kommenden Tagen ein qietschender Strand, Südaustraliens schnuckeligstes Dörfchen Tilba Tilba und ein dicker Wombathintern:
Rund 100km südlich von Melbourne (immer wieder verblüffend, wie schnell der urbane Raum endet und man unberührte Natur vorfinden kann) liegt der extrem schöne

Wilsons Promotory

Dieser Nationalpark liegt auf einer Halbinsel und bildet den südlichsten Punkt des australischen Festlands. Vor langer, langer, verdammt langer Zeit gab es eine Landverbindung nach Tasmanien, heute brechen hier die Wellen des Meeres auf Land. Der Park bietet eine extrem abwechslungsreiche Landschaft: Berge, die in blendendweiße Strände übergehen, tiefen Regenwald, trockenes Buschland, rauschendes Meer, Gichtdunst und unscheue Tiere, die nachts am Zelt vorbeischnüffeln. Wie so oft in Australien sind die Strände fast menschenleer und vor allem der Sqeaky-Beach ist einsam schön, wird von großen Felsformationen eingerahmt und hat so feinen, weißen pulverisierten Sand, dass es unten unseren nackten Fußsohlen quietscht. Ohne Frage, die Strände hier in Australiens Süden sind mindestens genauso schön wie jene in Südostasien, dafür noch wilder, sauberer und vor allem auch leerer. Einzig das Wasser ist verdammt kalt, kein Wunder, sind es bis in die Arktis nur noch wenige tausend Kilometer.

 

Als dann abends auch noch ein Wombat „Gute Nacht“ sagen kommt ist ein weiterer perfekter Tag in Australien vergangen. Übrigens: Des Wombats Hintern ist so opulent ausgestattet, damit er seinen Höhlentunnel mit eben diesem versperren kann, oder, sollte es zum Äußersten kommen, er seine Feinde mit dem gewichtigen Hinterteil an der Decke zerdrücken kann. Verrückt!


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Entlang Victoria’s und New South Wales‘ Küste

Mit unserem Camper, mit dem wir uns dann doch mittlerweile angefreundet haben, geht es nun weiter, entlang der Küste durch East Gippsland, entlang der Wilderness Coast und des 90 Miles Beach (ja, der ist tatsächlich so lang!) und durch zahlreihe nette kleine Dörfer, die stets aussehen, als würden sie einem Western entstammen. Doch statt eines Cowboys treffen wir auf lästernde Hausfrauen, die sich bei Applepie über den neuesten Dorftratsch austauschen. Nun wissen wie also auch, dass Sally aus Sale doch ganz sicherlich ein Alkoholproblem hat. Kleine Ortschaften, so beschaulich sie auch sein mögen und so vorzüglich die Pies auch schmecken, haben dann doch ab und an einen Nachteil: Man kennt sich. Aber vielleicht trifft dies ja doch viel eher zu:

gossiping (2)
Die Landschaft jedenfalls, das sagte ich ja nun schon diverse Male, ist extrem schön. Es ist schon fast stressig hier von Bucht zu Bucht, von Gesteinsformation zu Gesteinsformation und von Superlativ zu Superlativ zu fahren. Alles ist immer noch schöner als zuvor, ständig wollen wir anhalten, in den blauen Lagunen schwimmen gehen, durch Regenwald laufen, mit der netten älteren Dame in der historischen Hütte (beherbergt heute die Touriinfo) am Snowi River quatschen und ihre Lebensgeschichte erfahren, den Duft von Eukalyptus in den Wäldern einatmen und die hammerschönen Abendsonnenstunden genießen. Das ist toll, das ist richtig, richtig schön, das ist wirklich erholsamer Urlaub. Geniales Australien!

Und so geht es weiter, als wir in Malacoota ankommen. Die Wälder reichen bis direkt an die Küste und rund um den Ort erstreckt sich ein riesiges Salzwasserseengebiet, das verbunden mit dem Meer, aquamarinblau in der knallenden Sonne schimmert. Es gibt zahlreiche Sandbänke, große Kolonien an Pelikanen, breiten Sandstrand und einen sehr, sehr schönen Campinglatz. Unsere Campnachbarn, vier entspannte, ausgelassene Aussies in den 60ern aus Südaustralien begrüßen uns freudig und nach einem kurzen Plausch werden wir auf ein Glas leckeren Rotwein eingeladen. Und als wäre das nicht bereits genug, bekommen wir zwei Flaschen Roten vom eigenen Weingut geschenkt – ganz einfach so. Ein weiteres Mal stehen wir ein wenig verdattert ob der australischen Gastfreundschaft da und sind wirklich begeistert!
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Tja, und dann geht es immer, immer weiter in Richtung Sydney. Irgendwann passieren wir dann auch unser australisches Lieblingsörtchen Tilba Tilba, in dem – natürlich- alle Cafés und Geschäfte bereits geschlossen haben. Trotzdem sind die zu einem kleinen Ort gruppierten, farbenfrohen Häuschen so einladend und fein anzusehen, wie sie dort am abendsonnigen Hang liegen, dass wir uns vom Fleck weg verlieben.

//David
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1 Comment

  1. franka - 6. März 2014

    wärme und wellenrollen und windböen – man spürt es beinahe

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