USA // Los Angeles: It’s Californication?

USA // Los Angeles: It’s Californication?

Nach dem längsten Flug unseres Lebens – 12 Stunden von Auckland nach Los Angeles – kommen wir am 01.04. in Kalifornien an: Hier herrscht Frühling anstelle von Herbst, und aufgrund der Überschreitung der internationalen Datumsgrenze kommen wir einige Stunden vor unserer Abreise in NZ an: Verrückt!
Am Flughafen holen wir sofort unser Auto ab (diesmal ein roter Kia), dass wir vorher mit Auto Europe (können wir nur empfehlen!) gebucht haben. Der Typ am Schalter bereitet uns schon darauf vor, was uns bald mit unserem Auto erwarten wird: Bis zu zehnspurige Straßen und Stau, Stau, Stau. Er übertreibt nicht und wir werden dementsprechend in den nächsten Tagen sehr viel Zeit im Auto verbringen.

Erstmal fahren wir Richtung Süden nach New Port Beach, wo Melanie und Karsten wohnen, die uns für ein paar Tage in ihr schönes Haus hoch über dem Meer eingeladen haben. Von hier aus erkunden wir gemeinsam mit Melanie die hübsche Umgebung. Der vom Meer kommende Wind ist noch frühlingshaft frisch und die Palmen biegen sich in der Brise, während Pelikane über den Klippen am Strand von Laguna Beach ihre Kreise drehen. Im Hinterland ragen die mit niedrigen Sträuchern bewachsenen Huegel steil auf. Es ist wirklich schoen hier!

Auch niedlich ist Balboa Island in New Port Beach, wo man auf jeden Fall die gefrorenen Bananen mit Schoko probieren und den kleinen Buchladen auf der Hauptstraße erkunden sollte.

Ja, es gibt hier definitiv auch einige kleine, nette Läden, doch das Gros des Konsumlebens spielt sich in den teilweise riesigen, stets in Terakottafarben gehaltenen Shoppingcentern ab. Darüber hinaus gib es kaum eine Ecke ohne eine der unzähligen Filialen von Mc Donalds, Wendy’s, Taco Bell, Burger King, Jack in the Box, Starbucks und co – furchtbar! Nichtsdestotrotz gibt es hier verwunderlich viele Supermärkte, wie z.B. Trader Joe oder Whole Foods, die ganz klar auf Bio setzen, und auch in den anderen Supermärkten ist es überhaupt kein Problem eine Vielzahl von vegetarischen/veganen Produkten, wie z.B. Tempeh, veganen Käse, Mandelmilch oder Sojawürstchen zu finden.

Von New Port Beach sind es etwa 60 Meilen (1 Meile= 1,45 Km) bis LA, die man theoretisch fix auf dem Freeway zurücklegen könnte, doch da macht einem der Verkehr einen Strich durch die Rechnung. Vielstöckige Verkehrsknoten, elfspurige Straßen, rücksichtslose Autofahrer_innen und Staus machen das Fahren hier nicht grade zur Freude. Aber es bleibt einem auch nicht wirklich etwas anderes übrig, denn die Stadt ist ganz klar fürs Auto konzipiert. Zwar gibt es öffentlchen Nahverkehr, doch der scheint nicht grade benutzerfreundlich. Auf den Freeways gibt es immerhin sog. Car Pool Lanes, die man nur befahren darf, wenn mindestens zwei Personen im Auto sitzen. Eine gute Idee, aber trotzdem kein Garant für schnelles Vorwärtskommen. Und so dauert es mitunter bis zu drei Stunden um LA während der Rushhour zu erreichen, mit Glück kann man es aber auch in der Hälfte der Zeit schaffen.

LA hat für uns eine ziemlich ungewohnte Stadtstruktur, da es kein echtes Stadtzentrum besitzt. Zwar gibt es ein Downtown, wo viele Hochhäuser in der Sonne glitzern, doch ist hier keineswegs viel los, ja, gegen Abend sollte man diesen Teil der Stadt eher meiden.

Letztlich bleibt uns in LA einfach viel zu wenig Zeit um uns mit der riesigen Stadt vertraut zu machen. Viel zu lange braucht man einfach um von A nach B zu kommen. Übrigens sind die Bilder aus LA nicht besonders zahlreich und gut, da wir unserer Kamera vergessen haben und nur ein paar Bilder mit unserem Tablet machen konnten (btw, habe ich bereits gesagt, dass wir dieses Tablet hassen? ;) Kauft Euch niemals ein Tablet mit Windows RT!)
Ein paar Stunden verbringen wir in Santa Monica, wo wir über den Rummel am Pier laufen, am breiten Strand mutigen Schwimmern zu schauen, die in die kalten Pazifikwellen springen und uns die ganz nette Fußgängerzone anschauen.
In Beverly Hills laufen wir einmal an den teuren und dekadenten Geschäften des Rodeo Drive vorbei, ziehen einen Cupcake am „Cupcake-ATM“ von Sprinkles und schauen uns ein paar bonzige Häuser an. Nein, das ist wahrlich nicht unsere Welt!
Der Hollywood Boulevard ist ganz okay und es ist für kurze Zeit auch unterhaltsam sich die Sterne auf dem Bürgersteig anzuschauen, aber so richtig nett ist es hier nicht.

Das Highlight ist für uns auf jeden Fall die von Melanie und Karsten empfohlene nächtliche Aussicht auf LA vom Griffith Observatory aus, unter dem sich das endlose Lichtermeer bis zum Horizont erstreckt: Ziemlich beeindruckend!

Einen Tag gönnen wir uns zusätzlich noch im Six Flags Magic Mountain, das mit dreizehn Achterbahnen aufwartet, die alle nach den Prinzipien höher, schneller, verrückter nach Weltrekorden streben. Es gibt so viele Achterbahnen, dass wir es gar nicht schaffen alle auszuprobieren, obwohl es heute im Park gar nicht voll zu sein scheint. Die Achterbahnen sind aber auf jeden Fall der Hammer. Davon abgesehen ist der Park aber ziemlich seelenlos aufgemacht und es fehlen entspanntere Attraktionen, die einen eine kleine Verschnaufpause gönnen. Ein kleiner Tipp zum Geldsparen: Der Jahrespass kostet nur unwesentlich mehr als ein reguläres Ticket (insbesondere wenn vorher im Internet gekauft!) und an manchen Tagen (wie bei unserem Besuch) darf man eine Person kostenlos in den Park einladen.

Alles in allem sind wir mit LA nicht warm geworden. Aber wahrscheinlich hatten wir einfach zu wenig Zeit, um die wirklich interessanten und schönen Ecken der Stadt zu entdecken, die es doch ohne Zweifel gibt. In New Port und Laguna Beach hingegen hat es uns gut gefallen und die Zeit bei Melanie und Karsten war wirklich schön und entspannt!

//Heiko

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