USA // Hole-in-the-Rock Road: Nichts für Klaustrophobiker – die Slot Canyons der Coyote Gulch

USA // Hole-in-the-Rock Road: Nichts für Klaustrophobiker – die Slot Canyons der Coyote Gulch

Einige Meilen auf der Route #12 hinter dem Örtchen Escalante aus der Richtung des Bryce Canyons kommend, zweigt eine ca. 55 Meilen lange, ungeteerte Stichstrasse ab, die tiefer in das Staircase Escalante National Monument führt: Die Hole-in-the-rock Road. Auf der Straße kann man bis zum Ufer des Lake Powells fahren, wobei die letzten zehn Meilen nur mit Allradantrieb machbar zu sein scheinen – in jedem Fall tut man gut daran im Visitor Centre des National Monuments aktuelle Infos über den Zustand der Straße einzuholen.

Etwas unsicher, ob unser Mietwagen den kommenden Strapazen wirklich gewachsen ist, folgen wir der ruckeligen Piste. Die Straße neigt sich in manchen Abzweigungen so weit zur Seite, dass wir große Sorge haben umzukippen, insbesondere da unser Auto relativ hoch ist, aber kein Problem: Wir lehnen uns beide weit zur Seite und Augen zu und durch – und alles ist gut. Es sind hier ziemlich wenig Leute unterwegs, verglichen mit den Nationalparks ist es auf der Straße geradezu einsam – die Hole-in-the-rock Road scheint noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein. Die Straße selbst ist nicht besonders aufregend: Links hebt sich in ein paar Kilometern Entfernung das Kaiparowits Plateau empor, davor und zu unserer Rechten erstreckt sich weite, spärlich mit niedrigen Büschen und Gräsern bewachsene Halbwüste.

Nachdem wir ca. 26 Meilen kräftig durchgeschüttelt wurden, erreichen wir den Abzweig Dry Fork, von wo aus es nochmal knapp 3,5 Meilen über eine noch ausgewaschenere und mit Spurrillen durchzogene Piste geht. Hier gibt es einen kleinen Parkplatz, von dem aus man in die Coyote Gulch hinabsteigen kann. Von oben aus betrachtet sieht das Gelände unscheinbar aus, doch nach einigen Schritten geht es steil bergab in die Schlucht. Von hier aus kann man der tief in den Boden gegrabenen Dry Fork der Coyote Gulch folgen. Durch ihre Höhe und Enge ist der Grund der Schlucht in ständiges Zwielicht getaucht. Nach ein paar Kurven, hat man in der gedämpften Stille der schön marmorierten Steine das Gefühl vollkommen allein zu sein.

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Das ganz besondere Highlight hier sind aber ohne Frage die unweit gelegenen, engen Slot Canyons, von denen wir zwei erkunden. Der Peek-a-Boo Slot stellt uns ganz am Anfang vor eine Hürde, da der Eingang vier Meter über dem Boden liegt. Hier müssen wir ziemlich unelegant hineinklettern. Und auch danach gibt es eine weitere knifflige Kletterpartie, da der glatt gewaschene Boden kaum Handgriffe bietet. Aber sofort ist klar, dass sich diese Mühe lohnt, denn der Anblick des Canyons ist echt atemberaubend. Der von Wind und Wetter geschaffene Canyon ist anfangs noch recht breit, wird aber zunehmend enger und verwunschener. Seine Wände sind in wundervolle Pastellfarben getaucht und filigrane Bogen spannen sich über den Boden. Rot- und Brauntöne wechseln sich ab und haben wundervolle, geschwungene Muster geschaffen, die in der Nachmittagssonne wundervoll leuchten. Die Tour ist eine ziemliche Kletterpartie und oft muss man sich durch enge Löcher pressen – nichts für Klaustrophobiker! Doch wir sind vollkommen gefesselt von der Schönheit der Schlucht.

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Noch enger wird es sogar im hinter einer Sanddüne gelegenen Spooky Slot, dessen Wände noch höher ragen und enger beieinander stehen. Nicht ganz so farbenfroh und kletterlastig wie der Peak-a-Boo Slot, muss man sich hier aber wirklich dicht an die eng beieinanderstehenden Wände pressen und häufig gibt es nur ein Vorwärtskommen durch seitliches Bewegen und starkes Baucheinziehen. Die bis zu 40m hoch aufragenden Wände sind übersät mit von der Natur geschaffenen Mustern.

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Leider türmen sich bald ziemlich schwarze und bedrohlich aussehende Wolken auf und da wir gehört haben, dass hier bei Unwetter plötzlich Fluten auftreten können und sich die Straße hierher in eine unwegbare Schlammmasse verwandelt, verlassen wir den Canyon schnell. Wie wir später merken, unbegründet, denn das Wetter hält sich.

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Auf dem Weg zurück zur Route #12 wollen wir nur einen kurzen Halt am Devil’s Garden machen, ein Ort, wo Wind und Wetter skurrile, beeindruckende Steinskulpturen geformt haben. Doch aus dem kurzen Halt wird die ganze Nacht, denn wir treffen hier Cindy und Gerry wieder, denen wir zuvor kurz im Spooky Slot Canyon begegnet sind. Die beiden Frauen aus Vermont sind ein super sympathisches Paar, outdoorbegeistert und tolle Gesprächspartnerinnen. Und so lassen wir uns schnell überzeugen (Gerrys Versprechen für uns morgen ein tolles Porridge zu kochen, klingt ebenso verlockend) zwischen den roten Felsen unser Zelt aufzubauen und den wunderbaren Tag bei Lagerfeuer, Essen und unter einem perfektem Sternenhimmel entspannt ausklingen zu lassen. Wir sind bisher echt mega begeistert von unserem Trip im Westen der USA – es gibt hier so viele unglaublich tolle Orte und wunderbare Naturschönheiten zu entdecken, dass wir aus dem Staunen kaum herauskommen. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben herzureisen! //Heiko

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