Liebster Award: 11 Fragen und Antworten zu Berlin

Liebster Award: 11 Fragen und Antworten zu Berlin

Vor einiger Zeit sind wir auf Björns Reiseblog gestoßen, auf dem er von seinen Reisen rund um den Globus berichtet. Kürzlich hat er uns den Liebster Award verliehen – vielen Dank dafür!
Der Liebster Award ist eine Art Wanderpokal, welchen man anderen Bloger_innen (vornehmlich von kleineren, noch nicht allzu bekannten Blogs) verleiht. Die Empfänger_innen müssen dann wiederum auf  eine Reihe von Fragen, die man sich ausdenkt, antworten und daraufhin eigene Kandidat_innen nominieren.

Hier nun also die Antworten auf Björns 11 Fragen an 11 Berliner:

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Ein Reiseblogger und seine Freundin wollen sich in Berlin niederlassen. Welches Viertel empfiehlst du?

Die Berliner Viertel / Kieze unterscheiden sich sehr voneinander – die Frage ist also: Was sucht ihr eigentlich? Viel „Berlin-Feeling“, da sein wo immer was los ist? Oder lieber ein ruhiges Viertel von dem aus man schnell dem Großstadttrubel entfliehen kann?
Kreuzberg ist auf jeden Fall eine gute Wahl: Mittendrin, bunt, vielfältig, ein bisschen runtergekommen, viel Berlin-Charme. Insbesondere nahe am Kanal und rund um die Oranienstraße tummelt sich das Leben – sei es im Sommer draußen auf Wiesen und Caféstühlen oder im Winter drinnen in den vielen einladenden Cafés und Kneipen. In der Umgebung befinden sich auch die meisten unserer Lieblingscafés, -restaurants und -kinos. Ein bisschen nervig sind die aufdringlichen Dealer rund um den Görli und die Mietpreise explodieren im Moment leider. Und besonders viele schöne Parks gibt´s auch nicht (immerhin: Das Tempelhofer Feld und der Treptower Park liegen in den angrenzenden Vierteln). Dennoch: Eine sehr tolle Ecke Berlins! Nach einem kurzen Intermezzo in Pankow geht´s für uns bald auch wieder dorthin zurück.

Nicht schlecht ist auf jeden Fall auch der Teil Neuköllns rund um die Boddinstraße – hier tauchen immer mehr coole Cafés auf, bis Kreuzberg und „Kreuzkölln“ ist es ein Katzensprung und die Nähe der Tempelhofer Freiheit ist ziemlich verlockend. Zudem sind die Mietpreise (noch) etwas erschwinglicher.

Dein Lieblingsrestaurant

Als Heimspiel-Veganer (d.h. auf Reisen ernähren wir uns i.d.R. nur vegetarisch) gibt´s in Berlin eine ordentliche Auswahl an Restaurants für Veganer_innen. Hier unsere Auswahl:

Unsere liebste vegane Pizzeria ist ohne Frage das Sfizy veg in Neukölln. Riesige vegane Pizzen, geniale Beläge (Gorgonzola, Fisch, Indisch…) und die Metropizza für drei ist so groß, dass sie kaum auf den Tisch passt. Dazu gibt es leckere grüne Smoothies und als Nachtisch veganes Tiramisu. Das Restaurant ist klein, bunt und die Atmosphäre wirklich sehr berlinesk!

Das Viasko liegt in Kreuzberg, unweit des Landwehrkanals. Ein entspanntes Restaurant mit schönem Außenbereich und 100% veganer Küche. Auf der Karte stehen zum Beispiel Virsingrouladen mit Linsenfüllung, Kürbisrisotto und Wantanlasagne mit zweierlei Schokomousse. Am Wochenende gibt es einen riesigen Brunch mit endlos vielen warmen, kalten, süßen und herzhaften Speisen für 13€ pro Person.

Und den unserer Meinung besten Falafel gibt´s direkt am Görlitzer Bahnhof in einem kleinen Restaurant mit dem unscheinbaren Namen „Falafel in Kreuzberg“ – definitiv probieren! Und: In der Urbanstraße „King of Falafel – Mos kleiner Imbiss“ probieren. Ein Minilädchen mit Falafel, der mal anders schmeckt und veganem Haloumi. Lecker!

Dein Lieblingscafé

Eine ganz essentielle Frage!
Unterwegs auf Reisen haben wir eine Menge genialer und toller Cafés entdeckt. Aber die Dichte an solchen ist in keiner Stadt, die wir bereist haben, höher als hier in Berlin. Die Café-Szene in Berlin ist einfach etwas besonderes! Oftmals ein gemütlicher Wohnzimmerersatz, manchmal chick und minimalistisch, manchmal mit Kaminfeuer und Großmutters Kaffeegeschirr. In jedem Fall DIE Fluchtalternative vor den kalten und grauen Berliner Wintertagen.

Aber was ist nun unser Lieblingscafé?

Ganz eindeutig: Das Lerchen und Eulen in der Pücklerstraße in Kreuzberg: Wunderbare Atmosphäre (üppige Blumensträuße und charmante Vintage-Einrichtung), nette Leute, super Personal und der wohl beste Cappuccino (lediglich 2€!) Berlins. Abends ist das LuE eine richtig gute Bar mit leckeren und günstigen Getränken (allerdings etwas verraucht, was uns als Nichtraucher manchmal ganz schön stört) und am Sonntag kann man hier Tatort schauen – aber am besten rechtzeitig da sein, um sich noch einen Platz zu sichern!

Deine Lieblingsorte

Der nächtliche Landwehrkanal bei Schneefall, der chaotisch bunte Türkenmarkt am Maybachufer, das Viertel rund um den Kollwitzplatz im Herbst mit seinen zahlreichen verfärbten Bäumen und die Weltzeituhr am tristen Alex, denn dort entsinnen wir uns der Orte, die in der Ferne liegen und die wir bereist haben. Und nicht zu vergessen „unser“ Herzstück, das Lerchen und Eulen.

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Was geht dir am meisten an Berlin auf den Keks und wie gehst du damit um?

Mancher sagt, dem Berliner läge das Herz auf der Zunge. Vor allem aber behaupten dies Berliner_innen das selbst um die oftmals schnoddrig unfreundliche Art der Original-Berliner zu rechtfertigen. Aber auch nach einigen Jahren sind wir mit der Berliner Schnauze (die es ohne Frage manchmal auch in sehr charmant-amüsanter Ausführung gibt) nicht so recht warm geworden und der unfreundliche, manchmal fast schon aggressive Umgangston nervt oft ganz schön..

Wie bewegst du dich typischerweise in der Stadt fort?

Im Kiez sind wir in der Regel zu Fuß unterwegs Weitere Strecken legen wir in der Regel mit Bvg und S-Bahn zurück. Ein Manko an Berlin sind die große Distanzen innerhalb der Stadt, an einem durchschnittlichen Abend verbringt man auch schon mal gut und gerne 1,5 Stunden unter Tage…
Man kann sich auch ganz gut mit dem Rad fortbewegen und wenn man sich ein bisschen auskennt, findet man viele schöne Routen durch die Stadt, am Wasser entlang oder durch ruhige Hinterstraßen. Dennoch ist Berlin beileibe keine Radfahrerstadt und man muss auf großen Straße ganz schön auf der Hut sein.
Ein Auto vermissen wir im Alltag definitiv nicht. Lediglich wenn man das Umland oder die (wirklich schönen) Seen Brandenburgs erkunden möchte, freut man sich sehr, wenn Freund_innen eins vor der Tür stehen haben.

Du bekommst Besuch von Nicht-Berlinern. Was ist dein Geheimtipp für die Stadterkundung?

Im Preußenpark in Wilmersdorf trifft sich jeden Sonntag (bei gutem Wetter!) seit vielen Jahren die asiatische Community Berlins zum Kochen. Offiziell ein Picknick, kann man hier recht preiswert bei dutzenden kleinen Garküchen Sticky Rice mit Mango, Pad Thai, Sommerrollen, Massaman Curry, Papayasalat uvm. kaufen. Und wirklich: Anders als in den meisten Restaurants mit ihren europäisierten Varianten, schmeckt das Essen wie in Thailand, Laos, Vietnam… Als Veganer muss man sich etwas genauer durchfragen, aber auch dann hat man auf jeden Fall ausreichend Auswahl. Sehr coole Atmosphäre! Lässt sich gut mit einem Abstecher in den Grunewald zum Teufelsberg kombinieren, wo man (inzwischen leider nur noch im Rahmen einer Führung) durch die Ruinen einer alten Abhörstation klettern, Streetart und die Aussicht vom höchsten „Berg“ Berlins bewundern kann. Ansonsten kein Geheimtipp, aber immer wieder schön: Der Flohmarkt im Mauerpark mit seinen tollen Ständen und zahlreichen Straßenmusiker_innen.

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Seit wann und warum lebst du in Berlin?

David lebt in Berlin seit 12 Jahren und kam zum Studium her. Heiko seit 3 Jahren und kam wegen David. ;)

Kannst du dir vorstellen, für immer in Berlin zu wohnen?

Berlin ist eine tolle Stadt, aber wir können uns sehr gut vorstellen irgendwann wieder in einer kleineren Stadt zu leben – wo das Tempo ein enspannteres ist, man sich doch einfach mal zufällig über den Weg läuft und man schneller draußen in der Natur ist.

Bist du arm, sexy oder beides?

No comment – Wowis Tage sind gezählt!

Ein nach Berlin gezogener Reiseblogger lädt dich wahlweise auf Kaffee oder Bier ein. Nimmst du an?

Ohne Frage: Ja!:)

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