Ecuador // Guayaquil: Die vermeintlich gefährlichste, farbenfrohe Stadt des Landes

Ecuador // Guayaquil: Die vermeintlich gefährlichste, farbenfrohe Stadt des Landes

Guayaquil ist vermutlich jene Stadt, vor der wir am häufigsten gewarnt wurden. Aus zweierlei Gründen: erstens sei sie nicht sehenswert und überhaupt nicht interessant (das sagen vor allem die Einwohner von Quito) und außerdem ein wirklich gefährliches Pflaster (das sagen eigentlich alle anderen). Doch wir wollen an dieser Stelle beides entkräften, denn es hat uns hier richtig gut gefallen und das wichtigste: Wir leben noch (und das, obwohl unser Hotel im Rotlichtviertel lag!).

Als wir abends in der Dämmerung in Guyaquil ankommen (fail!), mit dem Bus (fail!) rund 1,5h durch die Stadt gurken, quatscht uns dabei ein Typ an , der uns den Weg zu unserem Hotel zeigen möchte (fail!). Aufgrund der ganzen Panikmache vorab sind wir mehr als skeptisch, doch letztlich erweist er sich einfach als hilfsbereiter Zeitgenosse ohne bösen Hintergedanken – man sollte vielleicht doch häufiger an das Gute im Menschen glauben. Unser Start in der größten Stadt des Landes ist trotz fensterlosem Hotelzimmer also sehr positiv und so wird es auch die nächsten Tage bleiben:

 

1. Las Peñas & Malécon 2000

Las Peñas ist ein Stadtviertel des unmittelbar am Fluss Guayas gelegenen Hügels Cerro Santa Ana: Das Viertel zeichnet sich durch eine Ansammlung von restaurierten Kolonialgebäuden des 19. Jahrhunderts aus, die farbenfroh am Hügel kleben. Sie sind Teil des Gebietes Malécon 2000, einem Projekt zur Aufwertung der historischen Innenstadt Guayaquils. Zu diesem gehört einerseits der historische Stadtkern, vor allem aber auch der Hafendamm, der in den letzten Jahren zu einer recht mondänen Flaniermeile umgewandelt wurde. Es ist schick hier, das Gebiert wird komplett überwacht (und gilt daher auch als sicher) und es ist durchaus schön, am Wasser entlang zu spazieren und die Mischung aus modernen und historischen Gebäuden zu betrachten. Die Cerro Sansta Ana ist auch richtig fein und malerisch, manchmal vielleicht einen Tick zu saniert und zu kulissenhaft, aber bei Nacht sieht es hier ziemlich toll aus und von der Kirche auf der Hügelspitze ist die Aussicht richtig toll. Und in den verwinkelten, illuminierten Gassen sitzen die Einheimischen auf den zahllosen Treppen und treffen sich zum Bingoabend. Noch dazu gibt es die „La Paleta Bar“ (was für eine wundervolle Einrichtung!) und das „Diva Nicotina“, in dem es gute Live-Musik und – bei Bedarf – Zigarren gibt.

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2. Das MAAC

Zeit für Kultur! Und so brechen Linda, Heiko und ich auf in das MAAC – das Museo Antropológico y de Arte Contemporáneo. Hier gibt es unterschiedliche Ausstellungen zu betrachten: Einerseits eine große Sammlung präkolumbianischer Kunst und zum anderen Wechselausstellungen zeitgenössischer ecuadorianischer Künstler. Viele Exponate gefallen uns sehr gut und sind auch schön kritisch, einzig das Museum an sich wirkt etwas seltsam – es ist so leer hier und man kommt sich in dem Räumen des Museums etwas deplatziert vor. Aber einen Ausflug ist es ohne Frage wert!

Eine nette Begegnung haben wir dann schließlich noch vor dem Museum, als uns eine Gruppe junger ecuadorianischer Studierender anspricht, die gerade angefangen haben Englisch zu lernen. Sie haben die Idee eine kurze Filmsequenz mit uns zu drehen, die sie dann im Unterricht präsentieren können. Gesagt –  getan, so stehen wir dann auf der Flaniermeile und begegnen mehrfach, ganz „spontan“, jener Gruppe an Jugendlichen, die uns immer wieder aufs neue begrüßen „Hey, how are you?“ – „Fine, thank you. How are you?“ und schließlich noch gemeinsam mit uns ein kleines Tänzchen wagen – so wie man das ja auch im Alltag stets macht. ;)

3. Parque Bolívar

Und dann gäbe es da noch ein par ganz spezielle Einwohner in Guayaqil: Landleguane. Die leben hier nämlich downtown, werden über einen Meter groß und besiedeln nebst ihren Freund_innen – den Schildkröten – den Parque Bolívar (auch Parque de las Iguanas genannt) gleich vor der Kathedrale. Hunderte dieser prähistorisch anmutenden Wesen liegen hier in der Sonne, buhlen um Nahrung oder flanieren über die Wiesen, die man nicht betreten darf. Ein wirklich außergewöhnlicher Anblick , hier inmitten des städtischen Betonwaldes.

// David

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1 Comment

  1. Ole - 10. August 2017

    Dieses Jahr im Mai war ich einige Tage in Guayaquil und kann eurem Bericht nur teilweise zustimmen. Mir kam Guayaquil nicht besonders gefährlich vor, zumindest nicht gefährlicher als andere Städte in diese Größenordnung in Südamerika. Die klassischen Touristenecken habe ich alle zu Fuß, im Bus oder Taxi problemlos mit Rucksack und DSLR besucht und mich nicht eine Minute unsicher gefühlt.

    Hingegen kann ich völlig verstehen, das Guayaquil uninteressant genannt wird. Man fährt zum Parque Iguana, bummelt den Malecon entlang nach Las Penas und macht abschließend einen Abstecher zum Parque Historico. Anschließend ist man mit Guayaquil fertig. Dafür reicht eine Übernachtung völlig. In Banos, Cuenca oder Quito kann ich hingegen problemlos eine Woche mit interessantem Programm füllen.

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