Indien 2008 (David)

Nachdem ich bereits im Jahr 2007 einige Wochen Indien bereisen durfte, wurden das Fernweh und der Wunsch zurückzukehren immer stärker, bis es dann im August 2008 kaum mehr auszuhalten war. Ich entschied mich demnach, einen Flug für den darauffolgenden Winter zu buchen und begann auch unmittelbar innerlich die Tage zu zählen, die noch bis zu meinem Abflug verbleiben sollten. Es hieß also: Zurück in dieses unglaubliche Land, zurück ins organisierte Chaos, zurück in ein fulminantes Farbenmehr, zurück in das Land der widersprüchlichen Gerüche, der beeindruckenden Schönheit, der beängstigenden Armut, der Ruhe und des Lärms, der Enge und der Weite, des Glaubens und der Götter, zurück in das Land der Gegensätze und Extreme und zurück zu Saleem. Kurzum: zurück nach Indien.

Auch dieses Mal gab es keine genauen Planungen hinsichtlich meines Streckenverlaufs. Sicher war ich nur, dass ich nun jedoch vor allem auch den (hohen) Norden würde erkunden wollen und natürlich war auch ein ausführliches Wiedersehen mit Saleem vorgesehen, nicht zuletzt wollte ich ja die gesammelten Spenden nach Mysore bringen, sodass er sich davon eine eigene Rikshaw kaufen und seine Familie (besser) ernähren könne. Doch dazu später mehr…

Rückblickend ergab sich also der folgende Reiseverlauf:

Zunächst verbrachte ich schöne Tage zusammen mit Saleem und seiner Familie in Mysore. Danach ruckelten wir im Localbus zum Palolem Beach in Goa, wo wir einige entspannte, sonnige Tage am traumhaften Strand verbrachten. Von dort ging es zu den Höhlentempeln von à Ajanta, wo wir die Wandmalereien mit Szenen aus dem Leben Buddhas bestaunten. Schließlich führte uns der Weg zurück nach Mumbai. Hier hieß es ein weiteres Mal Abschied nehmen. Alleine machte ich mich auf nach Udaipur, jene Stadt im Nordwesten des Landes, die mich in die Zeit der Maharadschas zurückversetzen sollte. Von dort erkundete ich auch die blendende Schönheit des Adinatha-Tempels in Ranakpur, der durch seine 1450 filigran gehauenen Marmorsäulen entzückt; rückblickend ein Höhepunkt der Reise.  Das nächste Ziel war à Delhi, stressig, eng, hektisch, stickig und stinkig und wahrlich zum Kotzen…Das Taj Mahal, von Rabindranath Tagore als „eine Träne auf der Wange der Zeit“  umschrieben, ließ mich in Agra erstaunen. Viele, viele Zugstunen später ging es in die heiligste Stadt des Landes, in die engen Gassen von Varanasi. Der Städte genug, führte mich der Weg in die teegrünen Berge rund um Darjeeling, für mich das Tor nach Sikkim, einem kleinen wunderschönen Bundestaat im südlichen Himalaya, eingerahmt durch die Grenzen Chinas, Bhutan und Nepals und vor allem umzingelt von der unglaublichen Größe der welthöchsten Berge. Hier entdeckte ich Gangtok, die sehenswerte, alpine Hauptstadt des Landes, machte mich jedoch vor allem per pedes auf den Weg und erwanderte während des Goecha La Trekkings die schier unglaublich schöne, beeindruckende und erhabene Landschaft hoch im Himalaya.

Später, nahezu zwei Monate sind nun vergangen, machte ich mich auf nach Kolkatta, die Wirkungsstätte von Mutter Teresa und sehnte mich schon bald zurück in die Ruhe und Einsamkeit der Berge…

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