Thailand// Bangkok: Same same, but different – im Trubel von Kommerz, Religiösität und Königtum

Thailand// Bangkok: Same same, but different – im Trubel von Kommerz, Religiösität und Königtum

Nun waren wir schon länger in keiner so richtig großen Stadt mehr. Der geniale Aufenthalt in Hong Kong, liegt nunmehr rund zwei Monate zurück und so freuen wir uns auf urbanes Großstadtleben, turbulenten Verkehr, Hochhäuser und auch ein paar Shopping Malls, da ja in Vietnam nahezu all unsere elektronischen Geräte geklaut wurden.

Doch zunächst heißt es zum internationalen Flughafen aufzubrechen und dort meine Mum abzuholen, die uns besuchen und rund vier Wochen gemeinsam mit uns durch Thailand und Laos reisen wird. Gemeinsam nächtigen wir alle im äußerst empfehlenswerten iSanook, einem schicken, neuen Hotel in einem typischen Bangkoker Nebenstraßenwirrwarr. Es gibt einen grandiosen Pool, Whirpools auf den Dachterrassen und eine tolle Aussicht auf die nächtliche Großstadt. So lässt es sich leben!

Die Tage in Bangkok versuchen wir es entspannt angehen zu lassen, sogleich Entspannung und Bangkok ja eigentlich ein Oxymoron darstellen und meine Mum auch durchaus unter einem kleinen Kulturschock leidet. Zu groß ist zunächst der Unterschied zwischen dem beschaulichen Bremen und dieser vibrierenden Megacity mit verkehrsüberlaufenen Straßen, bunter Leuchtreklame, bisweilen nervigen Straßenverkäufern und den (zum Glück recht wenigen) Straßenkindern, die mit traurigen Augen an den Eingängen der Skytrains betteln.

mönach

Des Weiteren erfährt Bangkok zu dieser Zeit gerade eine umfangreiche Protestwelle mit zahlreichen Demos, in die wir auch immer wieder hineingeraten. Die Regierungsgegner protestieren v.a. gegen ein von der Regierung befürwortetes Amnesiegesetz, das dem früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shonawatra, der 2006 wegen Korruption verurteilt wurde, eventuell eine Rückkehr aus dem Exil ermöglichen würde. Des weiteren steht auch seine Schwester Yingluck Shinawatra in der Kritik, die im Jahre 2011 die Parlamentswahlen gewann und sich seitdem mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, als Marionettenfigur ihres Bruders zu fungieren. Die Opposition, die demokratische Partei Thailands, versucht daher nun Neuwahlen zu erzwingen und ist dabei, ihre Anhänger für den Protest zu mobilisieren. Vor rund drei Jahren kam es bereits zu wochenlangen gewaltätigen Auseinandersetzungen, im Zuge derer rund 100 Demonstrant_innen starben.

Trotzdem haben wir ausreichend Zeit die großartigen Sehenwürdigkeiten dieser Stadt zu bestaunen und auf uns wirken zu lassen. Ein probates Mittel die touristisch interessante Innenstadt zu erreichen sind die zahlreichen Fähren, die laut knatternd auf dem Chaos Phraya entlang fahren. Man kann die Stadtsilhouette an sich vorbei ziehen lassen und bekommt so einen recht guten Überblick über die Stadt. Wie wahrscheinlich alle Bangkokreisenden besichtigen auch wir den riesigen Königspalast, der im Jahre 1782 erbaut wurde und über 100 Gebäude aufweist. Der Palast ist wirklich schön, mit pompösen Mosaiken opulent verziert glitzert er in der Sonne, die von den weißen umgebenden Mauern reflektiert wird. Goldene Wächterfiguren säumen die Wege und irgendwann entdeckt man auch zwangsläufig den aus Jade gefertigten Smaragd-Buddha, Thailands Nationalheiligtum.

DSCF3310

Nicht weit entfernt liegt der Wat Phra Chettuphon Wimonmangkhlaram, eine ebenfalls prunkvolle königliche Tempelanlage, die im ihrem Inneren einen riesigen liegenden, goldenen Buddha beherbergt. Nun haben wir auf unsere Reise schon diverse Buddha-Statuen gesehen (z.B. in Zhangye), doch ohne Frage ist dieser 46m lange und 15m hohe Buddha einer der schönsten. Ruhend liegt er in dieser turbulenten Stadt in sanfter Aufmerksamkeit.



Auch der Wat Saket (Tempel des goldenen Berges), die älteste buddhistische Tempelanlage der Stadt ist einen Ausflug wert. Sie liegt nicht allzu weit entfernt von der extrem überlaufenen, backpackergeplagten Khaosan Road, ist aber trotzdem ein ruhiger Ort. Rund 380 Stufen führen sanft auf den 79m hohen Berg hinauf, der von einem golden glänzenden Chedi gekrönt wird, in dem sich eine Reliquie Buddhas befinden soll. Daneben ist die Aussicht von hier oben definitiv nicht zu verachten.

// David
DSCF3524

Author Bio

1 Comment

  1. Daniel - 19. Dezember 2013

    Die sind sich gar nicht mal so unähnlich

Leave a reply